Knappes Nass: im Sommer droht Trinkwassermangel

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Im Sommer könnte der Hahn nur noch tröpfeln.
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Die Reserven der Stauseen sind nahezu erschöpft.

Anfang des Jahres hatten wir ja schon einmal darauf hingewiesen, dass die Wasserversorgung der Insel in diesem Sommer bei Weitem noch nicht gesichert ist. Die frühen Befürchtungen haben sich inzwischen bestätigt. Weiterhin fehlende ergiebige Regenfälle, das Sinken des Grundwasserspiegels, die Austrocknung von Quellen wie die von Sa Costera und ein marodes Leitungssystem, das mehr als 25% des Trinkwassers auf dem Transport versickern lässt, bestätigen die drohende Gefahr.

In diesem Sinne setzten sich zur Internationalen Tourismusmesse in Berlin 2016 besorgte Reiseveranstalter und Insel-Hoteliers mit der Inselregierung, Govern Balear zusammen – ober besser gesagt, auseinander. Fazit: die Lage ist noch schlechter sein als bislang angenommen.

Einerseits ist – wie schon gesagt – die Versorgung mit Trinkwasser in diesem Sommer noch nicht gesichert. Es fehlt an Niederschlägen und die Meerwasser- bzw. Grundwasserentsalzungsanlagen, die nach der letzten Trockenperiode vor etwa einer Dekade gebaut worden sind, wurden nicht richtig gewartet. Eine Inbetriebnahme ist ohne teure Instandsetzungsarbeiten nicht möglich. Auch wurde die Pflege des Leitungssystems über Jahrzehnte vernachlässigt. Gut 25 % – andere Quellen sprechen von bis zu 50% des Trinkwassers versickern ungenutzt.

Zum anderen steht den Balearen ein weiteres Rekordjahr bevor – jedenfalls was die Menge der anreisenden Feriengäste angeht. Ein Plus von rund 5,4 handelte man auf der ITB 2016 gegenüber dem Vorjahr, dass auch schon eine Spitzen-Saison aufwies, als für durchaus realistisch. Mehr Menschen, die weniger Wasser zur Verfügung haben, das muss zwangsläufig zu Problemen führen und könnte Mallorcas Ruf einer soliden Ferien-Destination ankratzen.

Aber auch beim Abtransport von Brauchwasser gibt es Probleme. Denn die Balearen liegen bei der Abwasserklärung nicht mehr wie über Jahre gewohnt vorn. Eher im Gegenteil, der einstige Klassenprimus unter den Mittelmeer-Anrainern ist längst auf mittelmäßige Plätze angeschlagen.

Der Grund: Die Mehrzahl der Kläranlagen weist mittlerweile ein beschauliches Alter von mindestens 20 Jahren auf. Sie wurden zwar sachgemäß gewartet, wuchsen aber nicht im selben Rhythmus wie der florierende Tourismus. In den Saisonspitzen kommt es deshalb seit Jahren regelmäßig zu Entsorgungs-Engpässen – mit einer entsprechenden Geruchsbelästigung.

golfb
Wasserschlucker sind Golfplätze und Landwirtschaft.

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