IMG_8139klDas Töpferhandwerk ist eng mit der Kultur der Insel verknüpft. Schon seit vielen Jahrhunderten werden auf Mallorca Töpferwaren hergestellt, und bereits im 14. Jahrhundert schlossen sich die Handwerker zu einer eigenen Zunft zusammen.
Größere Vorkommen des Rohmaterials, der roten bis rostbraunen Tonerde, findet man auf Mallorca zwischen Villafranca und Manacor, handwerkliche Zentren sind aber auch in Felanitx und Inca zu finden. Die weiße Tonerde ist dagegen seltener, zusammen mit ihrer roten Verwandten kommt sie zum Beispiel im Umland von Pórtol vor. Die reichen Ton-Lager verhalfen dem Landstrich zwischen Marratxi und Santa Eugenia auch zu seinem sinnbildlichen Beinahmen: die „Terra de Fang“, etwa das Land des Lehms.
Aus der weißen Tonerde stellt man Porzellan und feine Keramikarbeiten her, die dunkle, rotbraune Tonerde dient dagegen vorwiegend für robustes Geschirr für Küche und Tisch.

Die aufstrebende Siedlung von Sa Cabaneta ist bekannter für seine siurells, kuriose Tier- und Menschenfiguren, deren Wurzeln bis in die Zeit der Phönizier zurückreichen sollen und deren eingebauter Tonpfeife man mit einem Bisschen Glück einen schrillen Pfeifton entlocken kann. Etwas weiter gen Nordosten kommt dann Pórtol in Sicht. In der Hochblüte zählte man im beschaulichen 3300 Seelen-Dorf mehr als 20 Töpferei-Betriebe, von denen eine Jede bis zu 20 Angestellten eine solide Lebensgrundlage bot. Doch mit den Vorrücken der deutlich günstigeren Plastik-Artikel in den 1950er Jahren nahm die Bedeutung der Handwerkerhochburg beständig ab. Viele Betriebe schlossen.
Der Tourismus entwickelte sich schließlich zum Rettungsanker. Heute sind in Pórtol noch – oder besser gesagt wieder – 17 Handwerksbetriebe aktiv. Die Mehrheit der Manufakturen fertigt ein breites Programm an Töpferwaren: Kochgeräte, Blumenkübel und Töpfe, irdene Krüge aller Art aber auch Keramikarbeiten und tönerne Figürchen.
Zu den Verkaufsschlagern zählen vor allem die „Ollas“, bauchige, dunkel-rotbraune Tongefäße in denen Suppen und Eintöpfe zubereitet werden und „Greixoneras“, flache, glasierte Tonschalen, die man vorwiegend zum Schmoren und Dünsten verwendet. Auch große Blumentöpfe mit ihren entsprechenden Untersetzern, Keramikartikel bis hin zum kompletten Frühstücks-Service, Käseglocken und Mörser fertigen die Töpfer von Pórtol an, um sie in den Ladenlokalen vor Ort oder auf einem der Wochenmärkte feilzubieten.

Töpferein in Pórtol

Töpferein in Pórtol

Weniger bekannt ist übrigens, dass die fettere rötlichbraune Tonerde auch als reinigende Gesichtsmaske in ausgesuchten Spas der Insel für das erneute Erstrahlen eines matt gewordenen Teints appliziert wird.