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Die Platja de Palma: weg vom Party-Tourismus

Mit knapp fünfzig Jahren ist das Feriengebiet Platja de Palma mit ihrem im Osten anschließenden Küstenanteil der Gemeinde Llucmajor, S`Arenal, noch relativ jung. Die beliebten Urlaubsziele sind andererseits alt genug, um vielerorts schon einige unschöne Altersmakel aufzuweisen. Veraltete Herbergen, marode Häuserzeilen vor allem im Ortsteil S`Arenal und der zweifelhafte Ruf, den sich der Strandabschnitt zwischen Balneario (Ballermann) Fünf und Neun in den vergangenen zwei Jahrzehnten erworben hat, passen einfach nicht zu den Vorstellungen einer Regierung, die dem gehobenen Tourismus für die Zukunft maximale Präferenzen einräumt.
Deshalb gibt es seit Jahren Bestrebungen, die Fassade und das Image eines der bestbesuchten Feriengebiete im Süden Mallorcas aufzubessern. Dabei geht man das Problem auf zwei Ebenen an. Zum einen soll über bewusstseinsbildende Maßnahmen wie aufklärende Plakatkampagnen und einen verschärften Bußgeld-Katalog das angekratzte Image der feierfreudigen Touristen-Hochburg aufpoliert werden. Die Erfolge bleiben allerdings  verhaltenen. Denn solange die Infrastruktur nicht durchgängig auf eine besser zahlende Besuchergruppe zugeschnitten ist, werden Luxus-Gäste auch weiterhin andere Feriengebiete bevorzugt ansteuern. Auf der zweiten Ebene beschäftigt man sich mit der Verbesserung der Angebote von Unterkünften vor Ort und mit der Verschönerung des gesamten Urlaubsgebiets.
Das ehrgeizige Projekt musste dabei immer wieder Rückschläge einstecken. Mal konnte keine Einigung mit den Verbänden der Anwohner oder der Gewerbetreibenden erzielt werden, mal machten Regierungswechsel die Anstrengungen der Vorgänger zunichte. Mehr als zehn Jahre brauchten Administration und Betroffene vor Ort, um zu einem Konsens zu finden. Am 19. April 2015 wurde der Raumstrukturplan für den östlichen Abschnitt der Bucht von Palma nun endlich verabschiedet.

In Zukunft mehr Grün an der Platja

In Zukunft mehr Grün an der Platja

Der integrale Reformplan der Platja de Palma (PRI Platja de Palma) sieht unter anderem vor, in den nächsten Jahren rund 469 Millionen Euro in das Urlaubsgebiet zu investieren. Allerdings kommt lediglich ein kleiner Teil, rund 104 Millionen, aus der seit Beginn der spanischen Wirtschaftskrise chronisch schwächelnden Staatskasse. Noch einmal 365 Millionen Euro sollen private Unternehmen – vor allem die ansässigen Hotelgruppen – beisteuern. Mit den öffentlichen Einlagen will man unter anderem die Infrastruktur verbessern, mehr Grünzonen schaffen und die Qualität des Meerwassers zwischen den Sporthäfen von S`Arenal und Can Pastilla anheben. Die Investitionen der Privatwirtschaft fließen dagegen vornehmlich in die Modernisierung bestehender Hotel-Anlagen, die mit dieser Maßnahme von bislang durchschnittlich zwei bis drei Sternen auf ein höheres Niveau aufsteigen. In Zukunft werden sich rund 60 Prozent der 140 betroffenen Hotels mit vier Sternen, weitere 10 Prozent sogar mit fünf Sternen schmücken können. Das erste Fünf-Sterne-Hotel der Platja de Palma wird bereits in diesem Mai eröffnen.
G_0 (1 von 1)Der neue Urbanisierungs-Plan sieht andererseits aber auch einen Abbau der Wohnfläche zugunsten der touristisch genutzten Fläche vor. So soll in den nächsten Jahren die Zahl der Wohnungen an der Platja de Palma von bislang 22.045 auf 14.302 Einheiten verringert werden. Parallel dazu sieht der Plan eine Verminderung der ansässigen Einwohner von bisher 66.134 auf 39.111 vor. Damit dürfte Wohnraum im Umkreis der Platja de Palma in Zukunft knapper und somit teurer werden. JD